Eine erfolgreiche Schweizermeisterschaft 2024 in Pfyn TG

Nach rund 3/4 Jahren intensiver Vorbereitung ging am vergangenen Wochenende in Pfyn die Schweizermeisterschaft im Goldwaschen 2024 über die Bühne. Es starteten 78 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen aus 7 Nationen in 8 Kategorien.

von Speaker Roland Brunner

Hat vielleicht das eine oder andere Mitglied der Schweizerischen Goldwäschervereinigung SGV im Sinn, diesen Sommer noch ein grösseres Fest durchzuführen und braucht dazu Sonne oder doch ganz sicher keinen Regen? Dann habe ich euch hier einen ganz heissen Tip. Setzt euch unbedingt mit dem Organisationskomitee des SGV in Verbindung!

Diese Damen und Herren müssen einen ganz guten Draht zu Petrus haben. Zur Erinnerung, wie war der Sommer 2024 denn so bisher? Katastrophen in Misox, Zermatt, Tessin, der Bodensee an der Hochwassergrenze…. und wir führten in Pfyn vom 28.-30.6.24 die SM 2024 durch. Ihr wisst, wie’s ist, wenn plötzlich schwere Regentropfen in die Pfanne prasseln und man die Flitter in’s Röhrchen füllen sollte…. nicht spassig, einverstanden?

Aber, und jetzt kommt’s, wir hatten wettermässig eine Goldwasch-SM wie man sie sich nicht besser hätte vorstellen können. Nach vereinzelten Regengüssen in den Tagen vorher zeigte sich das Wetter an den beiden Wettkampftagen nur von der besten Seite. Am Samstag Sonne pur, es wurde fast schon zu heiss, über 30°C. Der Boden trocken, kein gefürchteter St. Gallen Open Air-Matsch weit und breit.

Luftaufnahmen von Familie Eninger

Und am Sonntag wurde es noch besser, nach Starkregen noch in den frühen Morgenstunden konnte Speaker Roland Brunner Wettkämpfer und Zuschauer kurz vor neun Uhr gemeinsam mit den ersten Sonnenstrahlen begrüssen. Die Wetterprognose am Vortag sahen da anders aus. Es kommt noch besser! Am Sonntagnachmittag war eben der Herrenfinal als letzter Wettkampf beendet, die Goldflitter gezählt und die Rangliste erstellt als es 8 Minunten lang heftig zu giessen begann. Und dann für die Rangverkündigung wieder Sonne!

So konnte ein emotional stark berührter frisch gekürter Schweizermeister Thomas Muster die Goldmedaille gemeinsam mit Schweizermeisterin Brigitte Megert in der Sonne funkeln lassen. Nun sage noch einer, der Vorstand des SGV habe nicht einen direkten Draht zum Wettergott oder doch im Minimum zu Petrus. Also, denkt daran bei der Organisation eures Festes!

Es war erfrischend zu sehen, wie Thomas Muster nach 25 Jahren vollem Einsatz und der erfolgreichen Teilnahme an vielen Meisterschaften endlich an einer Schweizermeisterschaft zuoberst auf das Treppchen steigen durfte. Er war völlig aus dem Häuschen, so schön, herzliche Gratulation, und mit ihm freuten sich auch alle anderen. Teilnehmen ist das eine, aber Thomas half auch seit Jahren immer tatkräftig bei der Organisation der Meisterschaften mit und unterstützte sowohl Novizen und erfahrene Goldwäscher mit wertvollen Tips.

Wesentlich gelassener war da die nicht weniger glückliche Brigitte Megert…. na ja, logo, es ist ja mittlerweile ihr sechster Titel als Schweizermeisterin. 1993 stand sie zum ersten Mal anlässlich eines Goldsucherkurses der Volkshochschule Thun (den ich damals leitete) unterhalb der Kapelle Ennetegg in der kleinen Fontannen. Mit einer blauen Klondike Pfanne damals. Was für eine Karriere begann da. Freude herrscht auch beim damaligen Lehrer! Brigitte mit Ehemann René Megert helfen wie Thomas und viele andere Mitglieder jeweils tatkräftig bei jeder Meisterschaft mit.

80 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen hatten sich zu der Meisterschaft 2024 in Pfyn eingefunden. Darunter auch zwei exotische Besucherinnen aus Japan. Und, setzt euch: wer gewann bei den Damen International? Hideko Nakana aus Nagana Japan! Klein, aber oho kann man da nur sagen. Sie hatte mit Luca Pasqualini aus Italien auch einen guten Lehrer. Die beiden hatten sich übrigens 2002 an einer Goldwaschmeisterschaft in Australien kennengelernt!

Dann war da auch Jesila „Jessy“ Schwegler mit dabei, von der Insel Negros auf den Philippinen. Ihr erfahrener Lehrer war Ulrich Schwegler, er belegte den dritten Rang bei den Herren. Unsere Meisterschaft verdient den Namen «international» also auf jeden Fall, sieben Nationen waren vertreten! Rund die Hälfte der Wettkämpfer und Wettkämpferinnen kamen aus dem Ausland und damit waren nur ca. 10% unserer SGV Mitglieder in Pfyn dabei. Ich staunte etwas über diesen doch etwas bescheidenen Anteil. Solche Wettkämpfe bieten immer Gelegenheit, Gleichgesinnte aus anderen Ländern kennenzulernen, neue Freundschaften zu schliessen und so wertvolle Kontakte zu knüpfen mit guten Aussichten, im Ausland erfolgversprechend die eigene Goldsammlung ergänzen zu können.

Die Übersicht über alle Ranglisten ist übrigens HIER nachzulesen.

Zu den Ranglisten: Schaut mal die Zeiten bei den Damen Profis an. Nur gerade mal 655 Tausendstelsekunden trennen die erstrangierte Nakano Hideko mit 2.23.880 Minuten von der zweitplatzierten Hattinger Tanja mit 2.24.535 Minuten aus Österreich. Unglaublich, das sind ja Zeitdifferenzen wie an der Lauberhornabfahrt….und das im Goldwaschen!

Damit sind wir beim wohl entscheidenden Punkt bei jeder Meisterschaft, bei welcher die Zeit eine Rolle spielt. Wenn es bei der Zeitmessung hapert oder zu Unregelmässigkeiten kommt, dann ist dies das Ende und der Tod dieser Meisterschaft, mag die restliche Organisation noch so gut sein.

Dieses Jahr war Peter Aspan aus Wien, Mitglied der österreichischen Goldwäschvereinigung, das Herz der Messerei. Er hatte die ganze Anlage mitgebracht und auch das Computerprogramm erstellt. Jedes Becken war mit einem Zeitnehmer mit Abdrückknopf direkt mit dem Computer verbunden. Peter, die Ruhe selbst, sorgte bei jedem Durchgang mit seiner Anlage für eine einwandfreie Messung. Kaum war der Durchgang durch und die Flitterzahl kontrolliert, war die Rangliste auch schon am Anschlagbrett einzusehen.

Selbst als ein Durchgang infolge eines Fehlstarts wiederholt werden musste konnte die Runde schon nach wenigen Minuten erneut gestartet werden – super gemacht Peter Aspan, ein Riesenkompliment geht da nach Wien!

Damit kommen wir zur Meisterschaft generell. Pfyn als Austragungsort – als Berner war mir Pfyn im Wallis mit dem berühmten artenreichen Pfynwald ein Begriff – aber ein Pfyn in Mostindien? Satte 4 Stunden dauerte die Anfahrt aus Bern durch den Gubrist und mit viel Zeit zum Kühe zählen unterwegs, etwa auf der langgezogenen Baustelle in der Nähe von Schafisheim AG. Baustelle, na ja, am Bauen war eigentlich niemand, aber ein paar Maschinen standen da und die Verengung der Fahrspuren sorgte für eine willkommene Gelegenheit, der Hetze des Alltags zu entgehen!

Pfyn, im Thurgau, im fernen Osten. Nicht mal in der Militärzeit hat es mich jemals hierher verschlagen. Unterdessen kann ich nur sagen, Pfyn ist eine Reise wert. Der Dorfbach Pfyn soll sogar Gold führen. Auch vielversprechenden Bedrock fand Victor Jans nur wenige hundert Meter oberhalb der Wettkampfarena. Serge Glatz machte einen Waschversuch und erbrachte den Thurgauer Goldnachweis.

Gemeinsam mit anderen SGV Mitgliedern war ich im Airbnb «Bergsicht» untergebracht. Regula und Walter boten uns schöne Zimmer und ein Frühstück das in keinem Schwarzwaldhotel hätte besser sein können. Sogar ein Swimming pool war da – nur fehlte uns die Zeit dafür, wir verbrachten einfach zu viel Zeit in den Waschbecken! Kulinarisch und organisatorisch half der Feuerwehrverein Pfyn tatkräftig mit. Ein Kompliment in die Küche und zu den Damen, die wunderbare Kuchen wie etwa eine Tiramisu Torte für die süsse Abrundung jeder Mahlzeit anboten. Sogar für ein Public Viewing der Spiele Schweiz gegen Italien und Deutschland gegen Dänemark wurde gesorgt!

Der leicht abfallende Hang oberhalb der Waschbecken war perfekt für eine einfache Tribüne mit Sitzgelegenheiten auf Baumstämmen. Der SM – Campingplatz nur wenige Meter flussaufwärts war angenehm nah am Wettkampfplatz. Hier liess sich auch Altmeister und Ehrenpräsident Peter Pfander beim kurzen Mittagsschlaf finden. Als Kopfkissen diente ihm seine Goldwaschpfanne…. dies muss so inspirierend gewirkt haben, dass er wiederum in allen Kategorien die Finalteilnahme schaffte. Und das wohlverstanden im mittlerweile zarten Alter von 87 Jahren.

Abschliessend lässt sich sagen, die Goldwasch – Meisterschaft 2024 war ein voller Erfolg. Dem Organisationskommitee sei für die grosse Arbeit mehr als nur vielmals gedankt, ebenfalls all den Helferinnen und Helfern die mit ihrem Einsatz beim Auf- und Abbau des Wettkampfareals geholfen haben. Man muss so einen Anlass einmal selber durchführen um zu merken, was da alles hinter den Kulissen geleistet werden muss damit eine derartige Meisterschaft überhaupt stattfinden kann.

Ich hörte von keinerlei Reklamationen, alles klappte bestens, die im Festführer angegebenen Zeiten konnten problemlos eingehalten werden. Besonders verdankt müsste der Einsatz derjenigen Personen werden, die noch im Erwerbsleben stehen und Ferientage einsetzen mussten, um schon mehrere Tage vor der Meisterschaft auf dem Platz zu sein und dafür zu sorgen, dass rechtzeitig alles bereit stand, der Ton funktionierte, die Becken im Lot standen, Sponsorenplakate platziert waren, der Westernsaloon aufgebaut war usw. usw.

Schön zusammengefasst hat Victor Jans die zwei Tage in einen kurzen youtube Film. 

Und hier die Ranglisten mit den Gewinnerfotos!

Alle Fotos zur Schweizermeisterschaft findet ihr hier

Zeitungsartikel:

Bildergalerie der Thurgauer Woche

5 Kommentare zu „Eine erfolgreiche Schweizermeisterschaft 2024 in Pfyn TG“

  1. Vielen Dank für die unzähligen Glückwünsche
    zu meinem Schweizer Meister Titel ich habe
    ca. 120 verdankende Meldungen durch Social Media
    Facebook / Instagram / E-Mail /Watts app was mich Überrascht und gefreut hat.
    So schön einmal ganz Oben auf dem Podest zu stehen, und nochmals Danke an das OK der SM im Pfyn dem Vorschtandt des SGV und allen Helfern
    Im Vorder und Hintergrund ohne euch hätte es nicht
    Eine solche Faire und gute Meisterschaft werden können.
    In Dankbarkeit und grosser Genugtuung
    euer Schweizer Meister 2024
    Thomas Muster
    👍🍀👌😘😎🥇🏆

  2. Liebes OK, ihr habt ein Problem. Die Schweizer Meisterschaft 2024 könnt ihr kaum toppen. Da stimmte einfach alles, meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Die Vorarbeit muss ein Vielfaches der drei Tage dauernden Meisterschaft gewesen sein. Ohne Wenn und Aber ihr seid Schweizer Meister im Organisieren. Den erfolgreichen Goldwäscherinnen und Goldwäschern gratuliere ich herzlich zum verdienten Erfolg. Auch wenn ich drei bis vier Minuten länger im Becken stehe als die Erstplatzierten, fühle ich mich als Sieger. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ist eine Gewinnerin und ein Gewinner. Ich freue mich auf den nächsten Anlass, wenn es wieder heisst: Take your place – get ready – go. Herzlichen Dank an das OK, die Helferinnen und Helfer und die grossartige Familie der Goldwäscherinnen und Goldwäscher. Peter Huwiler

    1. Danke Peter wohlwollenden Worte 👌👍😘🍀
      wir haben dein Kommentar
      an der Nachbesprechung des OKs von Pfyn
      nochmals Besprochen und Du hast Recht wir haben die Messlatte sehr Hoch gehänkt und müssen uns das nächste Mal mit noch viel mehr Elan an die nächste Meisterschaft reinhängen
      Was wir auch tun werden und schon beschlossen ist
      Grüsse Thomas Muster

      1. Lieber Thomas, amtierender Schweizer Meister. Danke für Deine Rückmeldung. Es war ein grossartiger, perfekt organisierter Anlass. Dabei zu sein machte mir, einem „Bachwäscher“ mit praktisch null Wettkampferfahrung grossen Spass. Toll wäre natürlich, wenn sich weitere Vereinsmitglieder:Innen für das Mitmachen entscheiden. Wie bereits geschrieben: Jede Teilnehmerin ist eine Siegerin und jeder Teilnehmer ein Sieger. Wünsche allen Gut Gold, Peter

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