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Vorgeschichte

Für die keltischen und römischen Völker hatte Gold einen sehr hohen Stellenwert. Indizien deuten darauf hin, dass schon damals und im Mittelalter in der Gegend um Disentis Gold gesucht wurde. Das Goldvorkommen von Disentis ist seit 1672 schriftlich erwähnt, wurde jedoch nicht als Wichtig angesehen. Gelegentlich stiessen die einheimischen Strahler in der Umgebung auf kleine Berggoldaggregate. Im Dorf vernahm ich, dass sich vor gut einem Jahrhundert angeblich oft Leute in den Schluchten aufhielten.

Professionelle Goldexploration

Der Geologe David Knopf aus Corsier befasste sich ab 1983 nach einer Literaturdurchsicht mit dem Gebiet rund um Disentis. Er vermutete, dass in den Serizitschiefern beträchtliche Primärlagerstätten mit Gold vorkommen könnten. Er benachrichtigte 1985 den Entdecker des Helmo-Goldes David R. Bell in Kanada. Sofort wurde die Kanadische Bergbaufirma Micham Exploration Inc. informiert. Zusammen mit Karl Naert, dem Direktor der ebenfalls kanadischen Firma Narex, setzte Knopf die Geländeuntersuchungen fort. Die guten Ergebnisse veranlassten zum Weitermachen. In den Jahren 1986 und 1987 teuften Narex und Micham insgesamt 17 Sondierbohrungen mit Tiefen von 200 bis 250 Meter ab. Die Bohrkerne wurden in einem kanadischen Laboratorium untersucht. Die meisten Werte lagen unter 2 Gramm Gold pro Tonne Erz. Im Val Platta wurde aber 1991 eine 80 Zentimeter Breite Zone mit einem Wert von 17 Gramm pro Tonne gefunden. Karl Naert kam bei einem Flugzeugunglück 1994 ums Leben. Trotz vielversprechenden Resultaten wurden sämtliche Untersuchungen eingestellt.
Bohrungen beim Holzplatz an der Lukmanierstrasse 1986 Bohrungen im Val Platta 1991
In Genf wurde 2006 die Firma MinAlp SA mit dem Verwaltungsrats-Präsidenten René Rigoleth gegründet. Vier Geologen der Firma waren unterwegs und sammelten Bodenproben. Die Stimmberechtigten von Disentis verabschiedeten 2008 ein neues Bergbaugesetz. Es regelt die Gewinnung von Edelmetallen und weiteren Mineralien. Die Firma MinAlp SA wurde 2009 zu 100% von der kanadischen Firma Murray Brook Minerals Inc. übernommen. Der Präsident Jean-Jacques Treyvaud ist nach der Auswertung der Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre überzeugt, dass die Chancen für einen möglichen Abbau gut stehen. Es sollen Detailpläne für 60 Quadratkilometer angefertigt werden. Danach sollen an 10 Stellen Sondierbohrungen mit verschiedenen Neigewinkeln und insgesamt 6000 Meter abgeteuft werden. Für diese Explorationsarbeiten sind 2,5 Millionen Franken budgetiert. Am 10.9.2011 wurde bekannt gegeben dass die Exploration weiterhin stagniert, der Grund soll die fehlende Finanzierung sein.

Aktuellste Goldexploration

Im September 2011 hat die NV Gold Corporation mit Sitz in Vancouver die Explorationsbewilligung der Gebietes Medel / Lukmagn beantragt. Der Gemeindevorstand begrüsst das vorhaben des CEO John Edward Watson. Im gleichen Zug wurde die Tochterfirma Swiss Gold Exploration mit Sitz in Curaglia gegründet. Am 3. Februar 2012 meldet Ernst Schönbächler vom Verwaltungsrat der Firma ermutigende Resultate von den im letzten Herbst gesammelten Gesteinsproben.  

Goldwaschen

Charles Bucher und Ferdinand Bösch waren die ersten die in der Neuzeit ab 1986 mit dem Goldwaschen bei Disentis begannen. Eine weitere Gruppe Goldsucher aus den Unterland arbeitete später mit einer Dredge, sie nahmen damit in drei Tagen 140 Gramm Gold aus dem Flussbett. Aus Belgien wurde eine grosse 8-Inches-Dredge samt Nelson-Konzentrator und eine menge Schläuche herbeigeschafft. Dies ging dann den Behörden von Disentis doch zu weit, das Goldsuchen wurde kurzerhand verboten. 1988 habe auch ich von der professionellen Goldsuche der Kanadier in der Zeitung gelesen. Sofort habe ich mich in Büchern schlau gemacht, und gleich darauf mit selbstgemachter Ausrüstung losgelegt. In der ersten Saison bin ich nur dem Charles Bucher begegnet, er hat mir einige gute Typs betreffend Goldsuchen gegeben. 1989 kamen dann weitere Hobbygoldsucher hinzu und wir zogen gemeinsam durch die Schluchten auf der suche nach Felsspalten mit Nuggets. 1995 führte ich Goldwasch-Kurse ein und machte mein Hobby zum Beruf. 1996 fand ich tief unten im Felsgrund des Rhein Medels das «Desertina Nugget». Es ist mit 48,7 Gramm Gewicht heute noch das schwerste Nugget aus dem Rhein Medel. Dieser Schweizerrekord hielt aber nicht lange – er wurde von einem Kumpel von mir überboten. 1997 lag unter einem unscheinbaren Stein am trockenen Ufer des Vorderrheins ein Nugget mit dem sagenhaften Gewicht von 123,1 Gramm. Im Jahr 2000 fand ein glücklicher Goldwäscher am Bach anstehendes Berggold. Mit 1,4 Kilogramm kristallinem Gold handelt es sich um den bisher grössten Goldfund der Schweizer Alpen.

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